Was würde Google tun? – Die Thesen des Jeff Jarvis

Peter Baumann 04. Juni 2009 | 1 Comment | Posted in Buch Rezension

Das neue Buch “Was würde Google tun?” des Autoren Jeff Jarvis beschäftigt sich mit den Möglichkeiten für Unternehmen,  das neue dynamische Zeitalter der Kommunikation und Vernetzung über das Internet optimal zu nutzen – anhand des Beispiels Google. Google gilt als das am schnellsten wachsende Unternehmen der Weltgeschichte. Dieser Erfolg beruht nicht auf das Brechen von Regeln, sondern auf das Arbeiten mit neuen Regeln für ein neues Zeitalter, schreibt Jeff Jarvis.

These 1:

Das Internet ist die vielfältigste und beste Plattform für den Vertrieb von Produkten. Heutzutage gibt es laut Jarvis keinen Massenmarkt mehr sondern nur noch Nischen. So kann sich ein Geschäftsmann selbst durch die Monopolisierung von kleinsten Nischen einen eigenen, profitablen Kundenstamm schaffen – allein durch eine hohe Platzierung bei google.

Direkte Kommunikation ist dabei ein wichtiger Teil der Werbestrategie eines Herstellers für Nischenprodukte. Er ist schließlich absoluter Experte auf seinem Gebiet, weshalb er auch maßgeschneiderte Lösungen anbieten und vermarkten kann. So gewinnt der gewiefte Google-Nutzer schnell das Vertrauen potentieller Kunden.

These 2:

Die Idee, seine Kunden einzuspannen, um durch  Feedback  die eigenen Produkte stetig verbessern zu können, ist nicht neu. Google verfeinert dieses Konzept jedoch weitestgehend – und das sehr erfolgreich. Generell werden Google-Produkte (google-mail, google-map etc.) nicht direkt im Endzustand veröffentlicht, sondern nur im Beta-Stadium zur Verfügung gestellt.

Das heisst die Nutzer und somit Kunden werden dazu angehalten, Verbesserungsvorschläge einzubringen, Fehler zu melden und generell ständig Feedback zu liefern. Die Deklarierung als “Beta” motiviert die Nutzer schließlich auch genau das zu tun, denn wer das Gefühl hat ein unfertiges, und somit noch verbesserungsfähiges Produkt vor sich zu haben, engagiert sich um so mehr. Gleichzeitig werden offensichtliche Verfehlungen wohlwollender betrachtet.

Es gibt noch weitere Hauptthesen die Jarvis in seinem Buch in detaillierten Ausführungen beschreibt.

Das Buch ist unzweifelhaft lesenswert,  schildert aber meiner Meinung nach nur den Weg eines Unternehmens, das die neuen, noch in den Kinderschuhen steckenden Medien, innovativ nutzt und die Möglichkeiten optimal ausschöpft.
Nicht jede Branche kann Google als Vorbild oder Wegbereiter der neuen Strategien und Konzepte betrachten.
Wo würde Opel heute stehen wenn Sie den neuen Insignia kostenlos den Konsumenten zur Verfügung gestellt hätten, um dem Verbraucher die Möglichkeit an der Mitentwicklung des Fahrzeugs zu geben und ein wesentlich größeres Resümee zu erhalten?

Zusammenfassend möchte ich sagen das Jarvis den Nerv der Zeit gut getroffen hat, auch die Darstellung des Konzerns Google, im Allgemeinen aber zu googleseitig argumentiert. Ich hätte mir ein wenig mehr Distanz und nüchterne Betrachtung gewünscht.


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Ein Kommentar “Was würde Google tun? – Die Thesen des Jeff Jarvis”

  1. Felix Struening

    Die verschiedenen Branchen hat Jarvis ja selbst durchbuchstabiert, auch die Automobilbranche… etwas langwierig ist dieser 2. Teil des Buches aber schon.

    Vielleicht wäre der obigen Rezension noch hinzuzufügen, dass der Autor bei aller Transparenz nicht sehr kritisch mit dem Konzern Google umgeht. Mehr dazu in meiner Rezension: http://www.buchtest.de/rezension/was-wuerde-google-tun.html

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