Wahlkampf im Web 2.0
Beim vergangenen Wahlkampf um das Weiße Haus hat es sich eindrucksvoll gezeigt: das Internet ist in der heutigen Zeit als wichtiges Medium unerlässlich, um einen erfolgreichen Wahlkampf zu bestreiten. Barack Obama gewann im Web viele Anhänger und Sympathisanten, er machte zudem seine Politik in besonderer Weise einer noch breiteren Wählergruppe zugänglich. Das Internet nutzte er außerdem um relativ kostengünstige, flächendeckende Wahlwerbung zu verbreiten und, nicht zuletzt, einen bis dahin nie da gewesenen Betrag an Spendengeldern für seine Interessen zu sammeln. Dieser ermöglichte es dem Demokraten auch in den anderen Medien umfassend Werbung zu verbreiten und verschaffte ihm so möglicherweise den entscheidenden Vorteil gegenüber seinem politischen Gegner.
In Hinblick auf das nun angebrochene „Superwahljahr 2009″, das seinen Namen aufgrund der zahlreichen Urnengänge trägt, beginnend am 18. Januar in Hessen und endend am 27. September mit der Bundestagswahl, haben auch die deutschen Parteien erkannt, dass einer guten Internetpräsenz entscheidende Bedeutung zukommt.
Diese ist unerlässlich wenn es darum geht ein positives Image der Partei auf- oder auszubauen, sowie deren politische Standpunkte den Wählern näher zu bringen und verständlich zu machen. Es bietet sich außerdem die Möglichkeit die Politiker vorzustellen, um so wiederum eine größere Nähe zu Wählern zu erzeugen. Durch Foren, Blogs oder Chat-Räume können, zudem mit wenig Aufwand, Kommunikationsplattformen angeboten werden, die einen einfachen Dialog zwischen Wähler und Partei ermöglichen von dem letztendlich beide profitieren.
Die aktuellste und modernste Internetpräsenz in der deutschen Parteienlandschaft besitzt derzeit die SPD. So findet der User seit dem 08. Januar dieses Jahres unter altbekannter Adresse die neu aufgearbeitete Seite SPD.de, sowie unter meinespd.de ein komplett neues Portal, welches jetzt Blogs, Gruppen, sowie weitere Vernetzungsmöglichkeiten und sogar YouTube-Videos für Mitglieder und Interessierte bietet. Diese sollen nun, wenn es nach der Vorstellung der Partei geht, einfach Informationen abrufen, Partei-Aktionen planen und durchführen, sowie die neue Seite als „Servicekanal” mit Arbeitsgrundlagen und Hilfestellungen nutzen können.
Auch die alte Seite SPD.de wurde grundlegend geändert. Versuchte die alte Internetpräsenz noch möglichst viel Informationen auf wenig Raum darzustellen, so ist die neue Version sehr übersichtlich geworden, bietet klare Statements der Parteiführung sowie aktuelle Neuigkeiten.
Allgemein lässt sich festhalten, dass die SPD gut daran getan hat an ihrer Internetpräsenz und damit auch Online-Reputation zu arbeiten, da auch die übrigen Parteien auf dem Vormarsch ins Web 2.0 sind, wie beispielsweise die CDU, welche ebenfalls einen eigenen YouTube-Kanal anbietet.
Wachsendem Interesse unter Politikern erfreuen sich außerdem die Seiten von Facebook und Twitter. So finden sich im Facebook-Portal national und international bereits einige bekannte Politiker wie Barack Obama, Frank-Walter Steinmeier oder Thorsten Schäfer-Gümbel, der auch unter dem Kürzel „tsghessen” bei Twitter aktiv ist. Dort finden sich ebenfalls Hubertus Heil, die nordrhein-westfälische SPD sowie die deutschen Microblogging-Vorreiter: die Grünen.
Auch wenn Thorsten Schäfer-Gümbel mit Facebook und Microblog in Hessen nicht erfolgreich war, wird sich der Trend zum Web 2.0 in der deutschen, wie auch internationalen Parteienlandschaft sicherlich fortsetzen. Der interessierte Wähler darf sich also schon auf den „Wahlkampf 2.0″ im Superwahljahr 2009 freuen.

19. März 2009
Echt guter Artikel, habe mich auch schon umgeschaut im Internet für die kommende Bundestagswahl!