Twitter – Konkurrenz zu klassischen Medien?

David Ziegler 25. März 2009 | 2 Comments | Posted in Online Dienste

Twitter ist in aller Munde. Mittlerweile gibt es kaum eine wichtige Persönlichkeit die nicht ihre neuesten Nachrichten “zwitschert” und auch Privatpersonen geben immer öfter ihre Erfahrungen über Twitter weiter, auch Augenzeugenberichte finden sich hier schon nach kurzer Zeit wenn auf der Welt etwas passiert. Tritt Twitter damit mehr und mehr in Konkurrenz zu den klassischen  Medien?

Spätestens seit den Wahlkämpfen in den USA und Israel ist klar geworden das der neuartige Microblogging Dienst Twitter zu einem wichtigen Medium geworden ist. Während früher noch gespannt auf die Pressekonferenzen gewartet wurde werden heutzutage wichtige Neuigkeiten nahezu live über Twitter in die Welt getragen.

Wer jetzt denkt, dass es sich dabei nur um einen neuen Gag der technikverliebten Amerikaner und der seit jeher technophilen Israelis handelt liegt jedoch falsch. Auch in Deutschland ist eine rasant wachsende Anzahl an Politikern und Medien per Twitter vertreten und das quer durch die Bank von links bis konservativ.

Während seines Wahlkampfes hat Barack Obama erstmals massiv auch auf Online-techniken gesetzt, unter anderem auch auf Twitter. Hier wurden neben relativ belanglosen Dingen auch die neusten Mitteilungen aus Pressekonferenzen gebloggt. Twitter wurde also lediglich als neuer Kommunikationsweg zu den bereits bekannten profiliert, es ging also weder die Absicht noch die Gefahr aus die klassischen Medien zu verdrängen.

Können die Nachrichtenagenturen Twitter also links liegen lassen? Beobachten sollten sie die Datenströme auf jeden Fall, denn der große Vorteil von Twitter gegenüber anderen Medien ist dessen Schnelligkeit. Während bei herkömmlichen Blogs lediglich das Online-bloggen und maximal noch das bloggen per e-mail möglich war, genügt bei Twitter eine SMS mit 140 Zeichen. Auch Bilder lassen sich auf diesem Weg äußerst schnell veröffentlichen. So war zum Beispiel das Foto des im Hudson River notgewasserten US-Airways Flugzeuges zuerst bei Twitter zu sehen, und auch die Nachricht über das Flugzeugunglück der Turkish-Airline Maschine auf dem Amsterdamer Schiphol Airport war auf Twitter 15 Minuten vor der Veröffentlichung be BBC zu lesen.

So tritt Twitter nicht direkt in konkurrenz zu den bekannten Medien, da eine Privatperson niemals die Qualität und detailfülle eines Journalistischen Berichts in 140 Zeichen packen kann. Wenn es jedoch rein um die schnelligkeit der Informationen geht, so ist Twitter durchaus eine Alternative.

DZ

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2 Kommentare “Twitter – Konkurrenz zu klassischen Medien?”

  1. Torsten

    Das Twitter die Sensationslust bestimmter Bevölkerungsteile stillen kann will ich nicht bestreiten.
    Für sorgfältige Berichterstattung können sich Reporter aber nicht auf das Medium verlassen und diese Meldungen ungefiltert weiterverbreiten.

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