mein Browser – das Plappermaul :-)

Alexander Preda 12. Januar 2009 | 2 Comments | Posted in Online Sicherheit

Bin ich mir über alle Informationen bewusst, die ich im Internet preisgebe, und will ich das auch?

Es gibt unmengen an Informationen, die im Internet gesammelt werden. Cookies sind die bekanntesten Mittel dazu. Sinn war mal,dass man vom Server wiedererkannt wird, wenn man auf eine Seite surft, um so eine Komfortsteigerung für den Nutzer zu erziehlen. Weniger bekannt, aber nicht weniger mitteilungsbedürftig ist der eigene Browser. Mit dem Stichwort “Browser Header” im Internet suchen, wird man schnell fündig, was der Browser bei jedem Seitenaufruf so über sich und seinen Nutzer ausplappert. Diese auf den ersten Blick harmlosen Informationen haben es aber in sich. Wer sagt denn, dass diese Daten nicht vom Webhoster oder dem Provider oder, oder, oder gespeichet werden können. Die in letzter Zeit vermehrt bekannt gewordenen “Geschäfte” mit digitalen Daten, zeigen, dass hier eine große “Marktlücke” ist, die gesättigt werden will. Hier ein paar Links was der Browser so übermittelt:

http://blog.dark-horizons.de/2007/05/20/anonym-surfen-informationen-im-http-header/

oder:   http://pgl.yoyo.org/http/browser-headers.php    ( man beachte,dass hier sogar der Proxy des RZ auftaucht)

Jetzt nehmen wir mal an, diese Daten werden abgespeichert. Zusammen mit IP-Adresse (damit ist der Provider dann auch bekannt) und den Informationen in den Cookies. Damit hat man schon ein ziemlich aussagekräftiges Profil des Surfers. Man kennt dessen Hardwareeinstellungen, sein Browser, sein Provider, die Häufigkeit der Seitenaufrufe, sogar von welcher Suchmaschine aus man weitergeleitet wurde. Ich möchte mir hier das Zitieren sparen. Genauer kann man das im ersten Link nachlesen, genau so wie “Maßnahmen dagegen”. Dabei weise ich aber darauf hin, dass diese “Maßnahmen” in meinen Augen nur begrenzte Wirkung haben. Egal wie ich was verschleiere, so kommen die Datenpakete immer noch auf meinem PC an ( sonst könnte ich nicht surfen). Demnach muss irgendwo eine Schnittstelle erhalten bleiben, um auf  die echte Identität schließen zu können. Fertig ist der “gläserne Surfer” und ehe man sich verieht, kann Spam im eigenen, echten Briefkasten liegen, selbst wenn man nicht einmal eine persönliche Angabe gemacht hat. Wie man aus diesen Daten Rückschlüsse sogar auf die Postanschrift ziehen kann, wird Thema eines anderen Artikels.

Jeder kann mal nachdenken, wo er (oder sie) rumsurft, wieso man dort war, und ob es der eigenen “Onlinereputation” zu- oder eher abträglich ist, falls man öffentlich  mit jeder Seite in Verbindung gebracht werden kann, die man jemals besucht hat?

Personen des öffentlichen Lebens sind davon natürlich stärker betroffen, als “Fritzchen”, der Papa’s PC benutzt, um sich heimlich diverse Seiten anzusehen, die er eigentlich nicht sehen darf. Außer Papa ist zufällig der Chefredakteur der lokalen Tageszeitung :-)

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2 Kommentare “mein Browser – das Plappermaul :-)”

  1. Patrick Mohrmann

    Teilweise schon extrem beängstigend, was sich mit relativ einfachen Mitteln alles herausfinden lässt.

    Wer allerdingst zu einer relativ zuverlässigen TraceRout-Software hat,kann ja schon alleine anhand der IP auf die Provider und reale Adresse schließen. Man muss sich einfach bewusst sein, dass man nicht nur Spuren seine Reputation betreffend hinterlässt, sondern auch immer genug Spuren, damit andere Personen damit einiges an negativer Reputation erzeugen können.

  2. Alexander Preda

    Mit Blick auf die Möglichkeiten einer negativen Onlinereputation habe ich das Thema ja angeschnitten. Es ist ja noch viel umfassender. Nicht nur dass man diese Informationen zu Profilen kombinieren kann, die schneller erstellt, und präziser sind, als die Erfinder der Rasterfahndung je geträumt haben, mann kann diesbezüglich mit geeingenten Werkzeugen auch gezielt Spuren dieser Art “legen”. Folge daraus ist, dass diese manipulierten Informationen auch alle gefunden werden, und auf die Onlinereputation wirken. Also nicht nur das es zum Verhängniss werden kann, was man im Internet macht, sondern sogar das, was irgedwer über einen selbst behauptet im Internet getan zu haben. Denn seien wir mal ehrlich. Der erste Verdacht eines Menschen ist doch den Argumentationen zu glauben, die quantitativ mehr Indizien haben. Das heißt also: wenn genug “falsche Spuren” liegen reicht es bereits aus, um den Ruf, und damit ggf. auch das reale Leben eines Menschen, zu ruinieren.

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