Keine Konkurrenz für Twitter

Mark Hesse 01. Juli 2009 | 1 Comment | Posted in Online Dienste

Twitter immer noch Nr.1!

Trotz vieler weltweiter Versuche dem dominierenden Mikrobloggingdienst “Twitter” den Rang abzulaufen, hat es noch keine Alternative geschafft. Manche Dienste schaffen es ganz gut den Branchenprimus zu kopieren und können bis zu 1 Millionen Registrierungen verzeichnen, wohingegen einige bereits bei E-Bay meistbietent verkauft wurden.

Die meisten Alternativ-”Zwitscher”-Programme stehen eindeutig im Schatten des “großen Bruders”, was auf fehlende Nutzerzahlen zurückzuführen ist, obwohl die meisten identische Funktionen wie Twitter bieten.

Im folgenden einige Versuche an Twitter ranzukommen:

Googles Flop: Jaiku: www.jaiku.com

Beim ersten Aufruf der Seite…mhm…das hab ich doch schonmal gesehen! Richtig: Sieht fast so aus wie bei Twitter!

Google kaufte bereits im Oktober 2007 die finnische Seite Jaiku, getreu dem Motto: Was im Web funktioniert (also Twitter) darf im Google-Konzern nicht fehlen! Doch der Kauf enpuppte sich rasch als Fehlinvestition, denn Jaiku konnte an die Popularität von Twitter nicht herankommen, obwohl es ganz klar den mobilen Faktor des Mikrobloggings in den Vordergrund stellte.

Mittlerweile ist Google soweit gegangen die Weiterentwicklung von Jaiku einzustellen und diese den Usern selbst zu überlassen. Ein paar Mitarbeiter des Konzerns “dürfen sich auf freiwilliger Basis” um Jaiku kümmern. Seit März steht der Quellcode allen Usern im Netz zur Verfügung.

Die faulen Chinesen: www.komoo.cn

Jedem der Twitter schonmal genutzt hat wird aufgefallen sein, dass die Sprachauswahl sehr mikrig ausfällt. So stehen auch keine chinesischen Schriftzeichen zur Verfügung. Chinesische  Nutzer wichen also auf viele, direkt zu erkennede Plagiate von Twitter aus, wie z.B. Fanfou, Zuosa oder Taotao (fanfou.com, zuosa.com, taotao.com). Doch den Entwicklern von komoo.com war es sogar zuviel Arbeit die Hintergrundfarbe von Twitter zu ändern: Sieht alles aus wie bei Twitter nur mit chinesischen Schrigtzeichen! Soviel dazu…

Twitter aus Indien: smsgupshup.com

Ist der mobile Teil bei Twitter eher eine Ergänzung, steht sie bei smsgupshup (zu deutsch SMS Geplauder) vollkommen im Vordergrund. Kurzwahl 567678, so lautet die wichtige Nummer mit der viele junge Inder ihren Mikrobloggingdienst mit Nachrichten füttern. Der Computerexperte Beerud Sheth entwickelte den Onlinedienst und bezeichnet sein Werk als die am schnellsten wachsende mobile Community-Plattform. Mittlerweile sollen es nach eigenen Angaben 20 Millionen User sein die sich pro Monat geschätzte 400 Millionen Nachrichten hauptsächlich per SMS schicken. Warum legt smsgushup soviel wert auf den mobilen Faktor? Ganz einfach: viele Inder verfügen nicht über einen eigenen Internetanschluss oder haben nicht permanent Zugriff. Der Versand von SMS ist somit für viele die einzige Möglichkeit am sozialen Netzwerk teilzuhaben und sich zu verständigen.

3…2…1…meins! Das Schicksal von Dukudu

Auch in Deutschland mangelt es an Twitter Klonen nicht, nur den meisten fehlt es an Erfolg, Reputation und vor allem Usern. Folglich bleiben die Einnahmen aus. So kommt es dann, dass erfolglose Entwickler ihre Seite loswerden wollen und diese bei EBay anbieten, und das mit Erfolg: Die Entwickler von Dukudu erzielten im Juni 2007 43.208 € beim Verkauf ihrer Plattform, und das für einen kaum bekannten Online-Dienst! Private Gründe und finanzielle Engpässe veranlassten die Gründer dazu bereits kurz nach der Betaphase Dukudu zu veräußern. Doch auch der Käufer hatte kein Glück mit der Seite. Mittlerweile ist diese abgeschaltet und wenn man die Seite aufruft (dukudu.de) landet man bei meinestadt.de, einer Seite die der Käufer ebenfalls betreibt.

wamsen bei wamadu.de….ach nee jetzt doch Bleeper.de?!

Wortneuschöpfungen sind bei deutschen Entwicklern für Twitter-Alternativen ganz klar im Trend. So durften z.B. die User eine zeitlang wamsen bei wamadu.de, der Kurzform von “Was-machst-du”. Was laut den Entwicklern in einer Woche Anfang 2007 gestartet werden konnte, existiert heute nicht mehr. Wer nach wamadu.de sucht wird sich bei bleeper.de (ein Spätzünder aus August 2008) wiederfinden. Andere Anbieter wie texteln.de teilten das Dukudu-Schicksal und wurden versteigert. Interessant ist hierbei jedoch der Preisverfall solcher Seiten. Konnte Dukudu noch über 43.ooo€ erzielen, brachte texteln.de, was mittlerweile unter niimo.de zu finden ist, gerade mal kanppe 11.000 €. Eine Agentur aus Aachen kaufte die Seite und betreibt sie weiterhin unter dem Namen niimo.de, jedoch der einzige Blog-Eintrag bisher betrifft die Namensänderung!

Man mag also alle positiven wie negativen Seite an Twitter sehen, aber was man Twitter lassen muss: Kein anderer Dienst erfreut einer solch großen Beliebhtheit und ist so erfolgreich wie Twitter. Wird sind gespannt ob die Konkurrenz es schaffen wird Twitter Paroli zu bieten oder ob Twitter vielleicht auch bald eine Artikelnurmmmer bei EBay ist!

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