Karriere-Killer Internet

Christian Aley 27. April 2009 | 1 Comment | Posted in Online Reputation

Das Internet wächst und wächst, von Tag zu Tag, in Form eines großen Archivs. Ihr findet Kommentare zum Klimawandel, Rezepte, Nachrichten, Verkaufsplattformen und vieles mehr. Das Web kennt Antworten und Informationen zu allen Fragen und Problemen, die Menschen beschäftigen. Und immer öfter weiß es auch Wissenswertes über die Fragesteller selbst.

Eine wachsende Anzahl von Nutzern füttert das Internet  mit immer mehr persönlichen Daten über sich – und das lockt natürlich zunehmend auch Neugierige an. Ein paar Klicks reichen aus, um ein eigenes Web-Journal zu betreiben, private Bilder hochzuladen oder in Blogs und Fachforen aktiv zu werden.

Die gespeicherten Daten der Nutzer füllen Kontaktnetzwerke wie Myspace, Businessclubs wie Xing, virtuelle Visitenkarten wie Ikarma, Bildarchive oder Videoplattformen wie YouTube. Hauptarchivare aber sind die großen Suchmaschinen, allen voran das Trio Google, Yahoo und MSN. Allein Google katalogisiert nach Expertenschätzungen Informationen von mehr als zwölf Milliarden Web-Seiten.

Dazu kommen neue Spezialdienste.  Zoominfo.com, zum Beispiel konzentriert sich darauf, personenbezogene Daten zu recherchieren, ebenso das Portal mit der passenden Bezeichnung Stalkerati.com. Blog-Einträge durchwühlt wiederum Technorati.com besonders gründlich. Selbst Netzvideos lassen sich bereits von automatischen Datenfahndern wie Podzinger.com und Blinkx.com auswerten.

Ich warne, was da entsteht, ist ein gigantisches globales Zentralarchiv, ein Online-Gedächtnis, das alles sieht und weiß und fast nichts mehr vergisst. Denn einmal gespeichert, bleiben die Daten für Jahre öffentlich und von jedermann abrufbar.

Und genau das ist das Problem. Ich möchte auch gern ein kleines Beispiel nennen. So bemerkte Norbert G. gar nicht mehr, wie das Internet seine berufliche Zukunft beendete. Der Leiter eines süddeutschen Konzerns war der Favorit für eine Vorstandsbesetzung. Sein bisheriger Werdegang war steil, „geradlinig und makellos“. Bis die Headhunter im “Langzeitgedächtnis des Internets” (Google), den Bericht einer Lokalzeitung fanden. Rund acht Jahre alt. Der 45-Jährige stand da noch am Anfang seiner Laufbahn, trotzdem wurde sein Name zusammen mit Veruntreuung genannt. Ob er Mitwisser oder Mittäter war, ließ der Artikel offen. Doch das reichte, die weiße Weste war beschmutzt. Norbert G. hat seitdem den Status „nicht vermittelbar“.

Um das Thema Karriere-Killer Internet noch besser zu verdeutlichen, möchte ich euch auch noch einige Fakten und Zahlen aufzeigen.

Ein immer größerer Teil der Bevölkerung ist irgendwo im Internet nackt, betrunken, besinnungslos, unhöflich, unreif, gewalttätig oder gar gesetzesbrecherisch zu finden- ob in Text, Bild oder Film.

Nur 11 Prozent  sagen, dass der größte Teil der online gefundenen Informationen über sie nicht der Wahrheit entspricht- 2002 waren es noch 19 Prozent.

61 Prozent aller Firmen versuchen, online mehr über einen Bewerber herauszufinden.

43 Prozent aller  Bewerber werden jährlich allein deshalb abgelehnt, weil im Netz “unpassende” Informationen oder Äußerungen durch die Personalentscheider gefunden wurden. Ein Bewerber bekam zu hören:” Deine Google- Ergebnisse sind heute dein Lebenslauf.”

Jeder zehnte entlassene Mitarbeiter in  Großunternehmen wurde aufgrund von Äußerungen im Internet entlassen.

Abschließend möchte ich sagen, dass man also ständig darum bemüht sein sollte, im Internet positiv in Erscheinung zu treten und zunehmend darauf zu achten, was über jeden einzelnen veröffentlicht wird und welche Folgen das haben kann.

Die Quelle für die hier aktuell genannten Daten, war die Tageszeitung aus meinem Wohnort (Delitzsch).

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Ein Kommentar “Karriere-Killer Internet”

  1. Barbara Niedner

    Sehr interessant! Gutes Statement “Deine Google- Ergebnisse sind heute dein Lebenslauf.”

    Kannst Du bitte noch die Quelle Deiner Zahlen angeben.

    Tipp: Twittere über Deinen Artikel

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