Google Services – das Office-System für unterwegs?

tbraun 18. Januar 2010 | No Comments | Posted in Online Dienste

Der Internetriese Google ist bereits seit Längerem mehr als nur die allseits bekannte Suchmaschine. Über bestimmte „Services“ bietet Google nützliche Zusatzfeatures, beispielsweise ein Office-System, an.

Für Neulinge in der Google-Welt – aber auch für alle anderen – möchte ich die folgenden Tools kurz etwas näher erläutern:

-          Texte und Tabellen (engl. Documents)

-          Mail/Calendar

Allgmeines

Bevor man allerdings in die Welt Googles startet und die bisweilen sehr nützlichen Tools verwendet, ist eine Registrierung nötig: der sogenannte Google-Account. Mit dem Account gewinnt man automatisch ein Postfach bei Google und bekommt Zugriff auf die Applikationen, die der Konzern anbietet. Weiterhin werden unter diesem Account unsere Kreationen im Google-Universum gespeichert, so dass wir von jedem Internet-PC darauf Zugriff haben.

Texte und Tabellen

Googles Texte und Tabellen, respektive Documents (der englische Name), ist der Versuch, ein Online-Office zu erstellen. Die denkbar einfachste Anwendung von Documents ist das Erstellen eines Textes, ähnlich dem Tippen in Offline-Systemen, wie beispielsweise Microsoft Word oder auch dem Writer des OpenOffice-Pakets.
Wie man es vom heimischen PC gewohnt ist, präsentiert sich Documents nun mit einer großen – beschreibfähigen – Fläche und den nötigen Schaltflächen zum Formatieren des Textes. Der Wehmutstropfen bei der Benutzung von Documents zum Schreiben: Allzu brisante Formatierungsfeatures dürfen nicht erwartet werden, hier haben die Offline-Programme noch die Nase vorn. Auch fehlen noch erweiterte Funktionalitäten, wie Serienbrieffunktionen oder Makros.
Ein Vorteil von Googles Office ist jedoch die teilweise Kompatibilität zu heutigen Textprogrammen: Der Upload von Word- oder Writer-Dokumenten funktioniert problemlos und die meisten Formatierungsoptionen bleiben erhalten.

Documents bietet aber nicht nur einen Ersatz für Textverarbeitungsprogramme. Mit dem Spreadsheet präsentiert Google das Pendant zu Excel oder Calc. Auch hier setzt man auf Altbewährtes und zeigt eine Benutzeroberfläche im bekannten Design. Sogar das Erstellen von Diagrammen aus den eingegebenen Daten ist möglich und wird durch einen Assistenten unterstützt. Documents kommt hier mit einer umfangreichen Sammlung an mathematischen Formeln, mit denen der versierte Benutzer seinem Tabellendokument das nötige Leben einhauchen kann. Documents verfügt ebenfalls beim Erstellen von Tabellen über die rudimentären Formatierungsoptionen, wordurch auch eine optische Gestaltung in gewissen Grenzen möglich ist. Eine Datenbankanbindung fehlt auch hier, wodurch eine Tabellenkalkulation natürlich enorm profitieren würde.

Documents, bzw. Texte und Tabellen, bietet noch weitere Funktionalität, wie das ersten von Präsentationen und Eingabemasken.
Eine ganz wesentliche Eigenschaft des Google-Office ist aber die Möglichkeit, die eigenen Dokumente mit anderen zu teilen und gemeinsam zu bearbeiten. Über den Googlemail-Account können hier bei Bedarf weitere Personen für das Bearbeiten der Dateien freigeschaltet werden und sich ihrerseits kreativ beteiligen – eine Funktion, die für Offline-Programme oft teuer hinzugekauft werden muss.

Google Mail und der Calendar

Über Googles Mailprogramm stolpert man spätestens beim Erstellen eines Accounts beim Internetdienstleister, denn unsere Mailbox wird gleich mit eingerichtet. Auf den ersten Blick bietet Google als E-Mail-Provider nichts an, das man nicht schon kennen würde. E-Mails schreiben, E-Mails empfangen. Auf den zweiten Blick offenbart aber Googles Version des Angebots einige Besonderheiten. So ist es Intention Googles, dass die Mails, die man mit seinem Konto empfängt, auch genau dort lässt. Der Download per IMAP oder POP3 ist zwar möglich, aber nicht Kern des Angebots. Stattdessen koppelt der Konzern hier die Vorteile seiner exzellenten Suchmaschine mit den Features eines Mailprogramms. Die Suchmaschine ist nun auch benutzbar, um die private Korrespondenz mit den Bekannten zu durchsuchen und liefert durchweg gute Ergebnisse.

Um die Standardfunktionen eines Desktop-Mail-Programms anzubieten verfügt Google zusätzlich über den Kalender, oder englisch Calendar. Dieses Zusatztool ersetzt die Terminplanung auf dem eigenen Computer und lässt – auch wieder über den Mail-Account – das Einladen weiterer Personen zu Terminen oder das Teilen der Einträge zu. Besonderheit: Auch nicht-Google-Adressen können zu den Terminen eingeladen werden und sogar zu- und absagen.
Dass zu Terminen Ort und Zeit hinzugefügt und die Dauer und Wiederholung des selbigen eingetragen werden können, versteht sich hier von selbst.

Warum macht Google das?

Google engagiert sich stark im Bereich des sogenannten Cloud-Computings. Ziel ist es, die Rechnerkapazitäten zu Bündeln und die Berechnungsarbeit nicht mehr am heimischen Schreibtisch zu machen, sondern in einem Rechenzentrum. Am Bildschirm zu Hause ist somit lediglich die Peripherie erforderlich. Vorteil dieser Strategie ist ganz klar die Verfügbarkeit der Daten. Mit ChromeOS, Googles Betriebsystem auf Linux-Basis, geht der Konzern noch einen Schritt weiter: Das ganze System basiert nur noch auf einem Internetbrowser – das Online-Office fügt sich nahtlos ins System ein.

Gleichzeitig sollten solche Angebote aber mit Vorsicht genossen werden, denn wer bei Texte und Tabellen speichert, der speichert bei Google. Nachvollziehen, was der Konzern mit diesen Daten anstellt, kann man als Normaluser nicht. Wie immer gilt hier: Gründliches Lesen der AGB kann vor bösen Überraschungen schützen.

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