Com Twitter – 10 Gründe warum man auf Twitter verzichten sollte!
Twitter ist ein soziales Netzwerk. Als angemeldeter Benutzer kann man mit maximal 140 Zeichen auf die Frage antworten, WAS MAN GERADE MACHT. Der Sinn dieser Seite soll es sein, die Nachrichten anderer Menschen zu abbonieren, in dem man ihnen “folgt”.Tut man dies, so erhält man auf der eigenen Startseite die chronologische Anordnung aller Nachrichten von denen, die man (ver)folgt.
Aufgrund der Tatsache, dass das Konzept von Twitter darauf beruht, sich mit 140 Zeichen auszutauschen, stellt sich mir die Frage, wie sinnvoll oder eher schädlich Twitter eigentlich ist ?
Nachfolgend also meine zehn Gründe gegen Twitter:
1. Twittern kostet viel Zeit: Anfänglich schreibt man vielleicht nur ein oder zwei Twitterbeitäge am Tag. Doch mit der Zeit bekommt man immer mehr (Ver)folger, die ein großes Mitteilungsbedürfnis haben. Somit fängt man an sich mit jedem auszutauschen und man bemerkt oft nicht, welche Ausmaße das Twittern annimmt. Nach der Arbeit, oder sogar während der Arbeit möchte man auf dem neusten Stand bleiben und verspürt den Drang “schnell,kurz” nachzusehen, ob es neue Einträge gibt. Aus dem ursprünglichen “schnell und kurz” werden dann Stunden die man nur damit verbringt, Kurznachrichten zu lesen und zu verfassen. Die eigentliche Arbeit wird dann schnell vernachlässigt und Freizeitaktivitäten bleiben meist ganz auf der Strecke.
Dies führt mich zu meinem nächsten Punkt:
2. Twitterer werden süchtig: Wer viel twittert bekommt auf gute Beiträge(sofern mit 140 Zeichen möglich) durchaus viel possitive Resonanz. Dies steigert schnell das Selbstwertgefühl und wenn manch ein Mensch im realen Leben nicht viel Anerkennung bekommt, erfreut er sich sehr an der virtuellen Anerkennung! Dies führt dazu, dass er noch einen weiteren Tweet, und noch einen schreibt und das reale Leben in seiner virtuellen Welt keinen Platz mehr findet. Schnell befindet man sich in einem Teufelskreis, aus dem man so schnell nicht wieder rauskommt.
3. Twittern ist chaotisch: Durch die begrenzte Anzahl an Zeichen ist man gezwungen sich kurz zu fassen. Es gibt keinen Platz sich auf Themen zu beziehen, Zusammenhänge zu erläutern oder gar Texte zu schreiben. Was man zu lesen bekommt sind einzelne Wortfetzen, Halbwahrheiten ohne jeglichen Bezug zu Fakten oder der Realität. Es sind Dinge die den Twitterern oft spontan einfallen. Es fehlt an Begründungen sowie an Aussagekraft! Die Frage ist doch, ist das was wir dort zu lesen bekommen wirklich erhellend oder eher verwirrend?!
4. Twitter lässt verdummen: Wir kennen es doch schon vom Sms schreiben: Man sollte meinen, dass die Menschheit im Laufe der Zeit intelligenter wird und die Art des Artikulierens anspruchsvoller! Doch im Zeitalter des Handys ist zu beobachten, dass vor allem die Jugend am Sms schreiben verblödet. Wie bei Twitter ist auch hier die Wortanzahl stark beschränkt! so ist es nur logisch, dass man aufgrund der Kosten für weitete Sms sparsam mit dem Wortschatz umgeht! Es entstehen Abkürzungen die eigentlich keinen Sinn ergeben, alles wird zusammengeschrieben und aufgrund der Bequemlichkeit entfällt auch die Groß- und Kleinschreibung. Die Folge ist, dass am Ende keiner mehr weiß, wie die Rechtschreibung angewandt wird! Und jetzt auch noch Twitter: Nichts anderes als Sms schreiben, nur mit dem einzigen Unterschied, dass die Nachrichten für jeden zugänglich sind, die einen Internetanschluss haben und dass mit diesem Format nicht mehr nur die Jugend angesprochen wird, sondern jeder, bis hin zum Geschäftsmann.
5. Lügen und Intrigen: Um sich bei Twitter anzumelden braucht man wie so oft nur eine gültige E-mail Adresse und einen Namen. Nicht selten kommt es vor, dass Menschen sich als jemand ausgeben, der sie gar nicht sind. Es macht ihnen Spaß andere in die Irre zu führen und ihnen vielleicht sogar durch etwas Geschick zu schaden. So ist es schon auf einer ähnlichen SOZIALEN Plattform (SchülerVz) geschehen: Ein noch schulpflichtiges Mädchen hatte virtuellen Kontakt zu einem ihr Unbekannten. Nach zahlreichem hin und her schreiben hat sie sich bis über beide Ohren verliebt. Als ein erstes Treffen anstehen sollte stellte sich heraus, dass ihre große Liebe eine frühere Freundin war, mit der sie im Streit auseinander ging. Das Mädchen hatte sich dieser Person mit all ihren Geheimnissen anvertraut und sah keinen anderen Ausweg, als sich das Leben zu nehmen. Es ist nur eine Frage der Zeit bis man solche Meldungen auch über User von Twitter hört. Wahrscheinlich sogar am schnellsten auf der Twitterplattform selbst.
6. Twitterer werden zu persönlich: Es wird viel zu viel Privates öffentlich. Es findet eine absolute Vermischung von privaten und beruflichen Informationen statt, so dass wir mit jeder weiteren Nachricht immer mehr an Privatsphäre verlieren! Meist merkt man dies in seinem Schreibwahn gar nicht. So erfährt man z.B. sehr viel über Bewerber und Mitarbeiter, die auf Twitter erzählen, wie oft sie krank sind, mit wem sie sich treffen und wie effizient sie gerade (nicht) arbeiten. Dem gesetzestreuen Ausspionieren von Twitterern werden ungeahnte Möglichkeiten eröffnet.
7. Bei Twitter gibt es keine Freunde: Es werden lediglich oberflächliche Dinge geschrieben! Keiner hat die Zeit alle Kontakte zu pflegen. Man sollte seine Zeit besser in reale Freunde und Geschäftspartner investieren!
8. Verlust der Kontaktfähigkeit: Mit steigenden virtuellen Kontakten und Gesprächen, sinkt immer mehr die Fähigkeit sich mit Menschen in der realen Welt auseinander zu setzen. Es fällt zunehmend leicht sich im Internet (per Twitter) über alles zu aüßern, was einen bewegt. Früher musste man auf die Menschen zugehen, um sie kennen zu lernen, man musste sich oftmals überwinden, man musste dem Menschen in die Augen sehen, wenn man ihm seine Meinung gesagt hat! Heute geschieht das aus sicherer Entfernung. Man geht immer mehr den einfachen Weg, den bequemeren! Wir vergessen dabei ganz, wie wichtig der reale Kontakt zu anderen Menschen ist! Wenn die nächste Generation mit Twitter und Co. aufwächst, sehe ich einen enormen Rückgang der sozialen Kompetenz, während der Bezug zur Realität immer mehr durch eine Illusion, eine Traumwelt verdrängt wird.
9. Twitter schadet der Online- Reputation: Wer über alles und nichts twittert, verliert schnell den Überblick. Er verstrickt sich schnell in Widersprüche und wird nicht mehr ernst genommen. Fast immer steckt die eigene Meinung in den kurzen Tweets, und dies ist nicht gerade förderlich wenn sie der Meinung derer widerspricht, die man damit erreichen will!
10. Die sooft erwähnten 140 Zeichen: Wer ernst gemeinte Beiträge schreiben will, sollte lieber die Finger von Twitter lassen: Aufgrund der Beschränktheit dieses Formats, kann man dass was man sagen will, nicht richtig ausdrücken. Die Folge ist, dass man nur Ideen, Eindrücke oder kurze Mitteilungen senden kann, die dann von den Lesern interpretiert werden. Diese Plattform bietet einfach keinen Platz für Geistreiches!
Dies beendet meine Eindrücke, meine Thesen und meine Meinung. Ich hoffe dieser Artikel hat so viele wie möglich zum Denken angeregt und freue mich schon auf Kommentare die meinen Thesen widersprechen oder vielleicht sogar mit ihnen einhergehen.
Quellen:

04. Mai 2009
Spannende Thesen! Deine Thesen kann man zum Teil auch gut nutzen, wie man nicht twittern sollte.
Auf jeden Fall ist Dein Artikel länger als 140 Zeichen!
Habe es mal getwittert und zur Diskussion aufgefordert. Was ist Eure Meinung dazu?
@ Bitte Links korrigieren!
04. Mai 2009
Guter Artikel! Ich finde es gut, dass jemand auch mal die negativen Seiten von Twitter aufzeigt!
06. Mai 2009
Kann mich Frank nur anschließen! Mir gefällt dein Artikel sehr gut. Du bringst meiner Meinung nach genau die Punkte an, warum man (vor allem die Jungen Leute) von Twitter besser die Finger lassen sollte, es sei denn man beschäftigt sich beruflich mit solchen Dingen, oder man hat eine gewisse geistige Reife erlangt und sein Leben läuft in geraden Bahnen!
Es gibt so viele andere Plattformen auf denen man seine Freundschaften pflegen kann (wer-kennt-wen oder studiVZ), wozu brauchen wir dann Twitter?
07. Mai 2009
Gelungener Artikel! Sind das denn deine “Top 10″ oder hast du vorher ein wenig gegoogelt, was andere Twitter-User stört?
@Mark: Ich gehe einfach mal davon aus, dass Twitter durch den hohen “Promi-Anteil” und “News-Anteil” ganz anders funktionieren soll als StudiVZ oder Wer-kennt-wen!
Darüber hinaus ist es sicherlich auch eine Geschmackssache mit der ganzen “Twitterrei”!
07. Mai 2009
Ich habe in meinem letzten Studium – (Wirkung von Massenmedien) bereits eine Hausarbeit zum Thema StudieVz geschrieben, was mir bei diesem Artikel geholfen hat! Aber im Grunde hat es schon gereicht, sich mit anderen aus dem Kurs über das Thema zu unterhalten,die die gleiche Meinung haben
. Aber um das ganze etwas zu entschärfen, hat meine Gruppe sich ja Heute zusammengesetzt und ein paar positive Dinge über Twitter zusammengeschrieben ( auf Anraten von Frau Dr. Niedner
). Diesen Artikel stellen wir auch in Kürze rein…
13. Mai 2009
interessanter ansatzz. Nur: es wird wohl immer schwieriger für Unternehmen, das Twitter-Phänomen zu ignorieren und sollte keinesfalls unterschätzt werden: heute sind neue comscore-zahlen zur twitter-nutzung veröffentlicht worden. Alleine im April ist Twitter.com in den USA um 83 Prozent auf 17 Millionen Besucher gewachsen. Man darf gespannt sein, wie sich das Wachstum international entwickelt hat.
Siehe: http://www.techfieber.de/2009/05/13/twitter-fieber-micro-blog-boom-halt-an-twitter-wachst-83-prozent-im-april/
14. Mai 2009
Ich muß zugeben das ich am Anfang ziemlich negativ auf Twitter eingestellt war. Ich habe es mir intensiver angeschaut und hab dann festgestellt das es durchaus sinnvoll und bereichernd sein kann für Leute die genug Zeit haben oder sich die Zeit nehmen vorm PC zu sitzen. Ich werde Twitter nicht intensiv nutzen, aber bei manchen Dingen sicherlich mal reinschauen und wenn mir was auf der Seele brennt auch einen Kommentar abgeben.
Und was die negativen Seiten von Twitter für den Einzelnen angeht: es ist freiwillig!
Ich appelliere an die Mündigkeit der User!
15. Mai 2009
Naja es stellt sich ja nun die Frage… Wozu ist Twitter gedacht? Man soll/kann anderen Leuten mitteilen was man gerade tut. Daher ist der Aspekt ob die Mittleiungen dort geistreich sind wohl eher unrelevant da die Plattform nicht drauf ausgerichtet ist. Geistreiches kann man in Blogs und Foren schreiben… twittern tut man nur um seinen Freunden und anderen Leuten mitzuteilen was man gerade tut oder wie man sich fühlt. Dies ist wiederum freiwillig und jeder kann selber endscheiden was er einem potentiellen Millionen Publikum mitteilt und was nicht.
Ich denke auch das durch Twitter, Facebook, Myspace & Co so langsam die reale und die virtuelle Welt mit einander verschmelzen. Ob sich diese Auswirkungen des Web 2.0 nun positiv auf die Zukunft unserer Gesellschaft auswirkt bleibt abzuwarten. Alles andere ist rein spekulativ.